Ausstellung: HOW TO BE YOURSELF Autofiktionale Verwandlungen 19.02 – 22.03.15

gepostet am 31/01/2015 in Ausstellungen, Bilder, Fotografie, Videoinstallation, Zeichnungen — teilen via

Vernissage: 19.02 (Donnerstag) 19 Uhr
Künstler_innen: Ariane Andereggen, Sara-Lena Maierhofer, Stefan Panhans, Helga Wretman, Hendrik Wolking
kuratiert von Anke Hoffmann und Latefa Wiersch
(Abb.: JC aus Dear Clark, 2011 von Sara-Lena Meierhofer)

how to be yourself. Autofiktionale Verwandlungen

geöffnet: DONNERSTAG  4 – 7 Uhr  und  SAMSTAG  2 – 6 Uhr

Sei authentisch! und Erfinde dich selbst! – zwei scheinbar gegensätzliche Aufforderungen konfrontieren unsere instabile Selbstverortung inmitten einer unübersichtlich und gleichzeitig immer näher rückendenden Welt, in der Konkurrenz um Aufmerksamkeit, bezahlter Arbeit und privatem Glück immer weniger in Real-Präsenz, sondern auf virtuellen Bühnen ausgetragen wird. Wir sollen authentisch sein, lautet ungebrochen der idealistische Imperativ. Warum eigentlich und geht das überhaupt noch?
Diedrich Diedrichsen spricht vom Authentizitätsterror als längst überholtem Credo der moralischen Überhöhung: „Wo es aber um Erneuerungen und Unerhörtes geht, taugt Authentizität als Kampfbegriff nicht: da setzen dann die Diskurse der Kreativität, des Artifiziellen und der Innovation ein.“ Musiker*, Schauspieler* oder Künstler* erfinden immer wieder das Nicht-Mit-Sich-Eins-Sein und werden gerade deswegen zu idolisierten Lebensratgebern. Im Zeitalter von flexibler Eigenverantwortlichkeit und hochmotivierter Performanz wird gerade das Nicht-Authentische zum Imperativ.
Künstlerinnen und Künstler untersuchen – an sich selbst oder an selbst gewählten Narrativen – diese haltlose Fatalität des spielerischen Ernstes und ernsthaften Spiels mit Wahrhaftigkeit, Echtheit und Identität – mit der Produktion von Wirklichkeit als Illusion.

Begleitprogramm mit Screening (Close-Up von Abbas Kiarostami) und Lesung (Als ich einmal tot war… von Daniel Mezger)


**english**

how to be yourself – auto-fictional transformations

open: thursday 4 – 7 pm & saturday 2 – 6 pm

Be authentic! and Invent yourself! – two seemingly opposed calls confront the way we locate and contextualize our instable selves within a world that is becoming increasingly confusing and simultaneously smaller. Competition for attention, paid labor and personal happiness no longer happens in real life rather than on virtual platforms. The idealistic imperative for authenticity remains unbroken. But why? Is that even still possible?

Diedrich Diedrichsen speaks of the terror of authenticity as an outdated creed of moral exaggeration: “But authenticity fails as a discursive weapon when we talk about renewals and the unheard: instead, start with discourses of creativity, the artificial and innovation.” Musicians, actors or artists keep reinventing the ‘being-(not)-yourself’ and thus become again and again idealized life coaches. Therefore, it is non-authenticity that becomes the new imperative in the age of flexible personal responsibility and highly motivated performance.

Visual artists explore—on themselves or through their chosen narratives—the untenable fatality of the playful seriousness and serious playfulness with truth, originality and subjectivity — with the production of reality as illusion.