OFF THE WALL, 14. – 16. MÄRZ 2014

gepostet am 21/02/2014 in Ausstellungen — teilen via

Gruppen-Ausstellung von Franziska Lena Kluw, Latefa Wiersch, Isabelle von Schilcher

14.-16. März 2014, je 18 – 22 Uhr
Vernissage Freitag, 14. März, 18 Uhr

OFF THE WALL steht wie ein Leitmotiv über den eigentlich sehr unterschiedlichen künstlerischen Herangehensweisen von Latefa Wiersch, Isabelle von Schilcher und Franziska Lena Kluw. Ihre Arbeiten sind teils schräg, bizarr, „off the wall“ eben und haben sich auch im Wortsinne von der Wand gelöst: Zeichnungen und Objekte erobern den Raum. Bei Kluws Zeichnungen und Malereien scheinen gleichzeitig Formen ins Bild zu fallen, und andere herauszudriften, als wollten sie den Bildraum verlassen und in den Raum streben; von Schilchers „Drawings“ bestehen weder aus Papier noch hängen sie an der Wand, sie sind aus Holz, das durch Zeichnung zum spiegelnden, scheinbar metallischen Objekt wird, und die aus Kleidungsstücken genähten Objekte Wierschs thematisieren nur durch Spuren und Assoziationen den eigentlich abwesenden Menschen. Die Ausstellung präsentiert eine Gegenüberstellung dreier verschiedener künstlerischer Positionen, die durch die ihnen allen immanente Ambivalenz geeint werden. Gezeigt werden dreidimensionale Objekte, die flächig wirken; Zeichnungen, die zum Objekt werden, Raum der gezeichnet wird und Körper, die sich ins Immaterielle auflösen.

Latefa Wiersch
Die oft an Comics angelehnten Werke Latefa Wierschs agieren ähnlich wie die Grinsekatze in Charles Lutwidge Dodgsons Alice im Wunderland, deren diabolisches Grinsen in der Luft hängen bleibt, während der Körpers der Katze schon längst wieder verschwunden ist. Wierschs anthropomorphe Arbeiten entstehen aus Bettlaken, Masken und Kleidungsstücken, die Assoziationen des Menschen und des Körpers wachrufen. In ihnen scheint der Mensch gleichzeitig an- und abwesend zu sein. Immaterielle, abwesende Körper stehen dabei üppigen Objekten gegenüber.

Isabelle von Schilcher
Eine andere Art der Täuschung wird in Isabelle von Schilchers Arbeiten sichtbar. In ihnen wird die Einheit von Form und Material in besonderer Weise beschrieben, oder besser „be“-zeichnet. Die Objekte und Flächen der „Drawings“ sind Zeichnungen, die durch den Auftrag von Grafit auf Holz entstehen. In strengen Linien unterwirft von Schilcher das Material einer immer dichter werdenden „Bezeichnung“, sodass zuletzt nur die Strichführung und das pure Grafit zu erkennen sind. Das Trägermaterial verschwindet gänzlich unter einer hermetischen Oberfläche und wird zu einem diffusen Spiegel. Die Zeichnung lässt so die Spiegelung entstehen und gleichzeitig wird diese von der noch erkennbaren Linienführung konstant gebrochen. Dadurch entstehen viele Eindrücke desselben Objekts – denn je nach Blickwinkel wirkt es einmal gleißend und spiegelnd, ein anderes mal tiefschwarz und lichtabsorbierend.

Franziska Lena Kluw
Auf die Arbeiten Franziska Lena Kluws lässt sich der Begriff „off the wall“ im wörtlichen Sinne anwenden. Kluws Arbeiten stellen Fragen nach Bildraum, Bildfeld, Bildgrund, Illusion und Räumlichkeit und verneinen gleichzeitig ihre Klärung. So erzeugt die Künstlerin durch geometrische Elemente räumliche und gegenständliche Illusionen, die sie jedoch durch gezielt eingesetzte Brüche, durch Übermalungen oder anderer Formen wieder bricht und in Frage stellt.