Nicholas Winter: Nowy Wilanow

Novy Wilanow ist Agglo von Warschau. Auf sprichwörtlichen grünen Wiesen am Stadtrand ist eine neue Stadt gewachsen, mit Wohnblöcken, Strassen, einer gewaltigen Kirche, Parklätzen und wenig anderem. Strassen ohne Geschäfte, durchwandert einzig von Müttern und Grossmüttern, Kinderwagen schiebend. Manche Bauten sind unfertig, Enten und Möwen bewohnen geflutete Baugruben. Für wen wurde hier gebaut?

Nicholas Winter’s Polaroids sind eine bereits nostalgischen Erkundung eines noch nicht ganz realisierten Plans. Seine Perspektive ist surreal und ironisch eher als dokumentarisch. Das Ergebnis erinnert an Postkarten, die man in Nachkriegszeiten aus den „neuen Städten“ der Sowjetunion verschickte. Die Arbeit stellt Fragen zur Gestaltung der Umwelt des Menschen, zur Neuerfindung der modernen Stadt, zu den gesellschaftlichen Ergebnissen der versuchten Verwirklichung von Stadtträumen: im Jahr 2009 und in einem sich modernisierenden Polen, das wieder Teil von Europa ist.

Der Fotograf Nicholas Winter (1973) stellt zum zweiten Mal in der station21 aus. Im Mai ist eine Auswahl aus dem Projekt Nowy Wilanow in der ewz.selection zu sehen.

www.nwinterphotography.com